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Alfred Bernhard Nobel (* 21. Oktober 1833 in Stockholm; † 10. Dezember 1896 in San Remo) war ein schwedischer Chemiker und Erfinder. Es wurden ihm insgesamt 355 Patente zugesprochen.

Nobel ist der Erfinder des „Dynamits“ und Stifter des Nobelpreises. Die gelegentlich vertretene Annahme, er sei auch Namensgeber für den Begriff „nobel“ als Beschreibung für „vornehm, elegant, stilvoll“, ist unzutreffend.

Alfred Bernhard Nobel (* 21. Oktober 1833 in Stockholm; † 10. Dezember 1896 in San Remo) war ein schwedischer Chemiker und Erfinder. Es wurden ihm insgesamt 355 Patente zugesprochen.

Leben
Als Kind kam Nobel 1837 nach Sankt Petersburg, wo sein Vater Immanuel Nobel mit Hilfe der norwegischen Regierung einige Hüttenwerke gegründet hatte und die Russische Armee belieferte.


Jugend und Ausbildung

Bereits im Alter von 17 Jahren beherrschte Nobel fünf Sprachen. 1859 kehrte er mit seinem Vater nach Stockholm zurück.

In Stockholm genoss Nobel dank des Wohlstands seines Vaters eine erstklassige Ausbildung durch Privatlehrer. Neben seinen Chemie- und Physikstudien interessierte er sich besonders für englische Literatur, was seinem Vater – der ihn für introvertiert hielt – missfiel, weshalb er ihn für zwei Jahre ins Ausland schickte.

Nobel besuchte in rascher Folge Schweden, Deutschland, Frankreich und die Vereinigten Staaten. In Paris lernte er dabei Ascanio Sobrero kennen, der drei Jahre zuvor das Nitroglyzerin entdeckt hatte, es jedoch aufgrund seiner Gefährlichkeit für nicht praxistauglich hielt.


Entwicklung der sicheren Zündung von Nitroglyzerin

Nobel zeigte sich an der Erfindung sehr interessiert und richtete seit 1862 seine Bemühungen darauf, das Nitroglyzerin als Sprengstoff in die Technik einzuführen. Um es mit größerer Sicherheit zu sprengen, entwickelte er 1863 die Initialzündung, die eine sichere Zündung der Sprengung bewirken sollte.

Bei Nobels Experimenten mit Nitroglyzerin kam es zu mehreren Explosionen; bei einer Explosion 1864, bei der sein Laboratorium in die Luft flog, kamen sein Bruder Emil und weitere Personen um. Aufgrund der Gefährlichkeit verboten die Behörden ihm weitere Experimente mit Nitroglyzerin innerhalb Stockholms, sodass Nobel sein Labor nach Krümmel bei Hamburg in Deutschland verlegen musste. Ungeachtet dessen gelang Nobel im gleichen Jahr die Massenproduktion von Nitroglyzerin, bei der es jedoch ebenfalls zu einer Reihe folgenschwerer Unfälle kam.


Entdeckung der sicheren Lagerung von Nitroglyzerin

Um die Gefährlichkeit des Nitroglyzerins bei gleichbleibender Sprengkraft zu verringern, experimentierte Nobel dann mit verschiedenen Additiva. Es brachte keinen Erfolg, doch der Zufall half schließlich. 1866 kam es bei einem der zahlreichen Transporte von Nitroglycerin zu einem Zwischenfall, bei dem eines der Transportgefäße undicht wurde und reines Nitroglycerin auf die mit Kieselgur ausgepolsterte Ladefläche des Transportwagens tropfte. Die entstandene breiige Masse erregte die Aufmerksamkeit der Arbeiter, so dass sie diesen Vorfall später an Nobel meldeten. Diesem gelang hierdurch endlich die ersehnte Herstellung eines handhabungssichereren Detonationssprengstoffes. Nobel ließ sich das im Mischungsverhältnis von 3 : 1 optimierte Verfahren 1867 patentieren und nannte sein Produkt Dynamit.

Da der Bedarf an einem sichereren und trotzdem wirkungsvollen Sprengstoff zu dieser Zeit auch infolge der Blütezeit des Diamantenfiebers groß war, konnte Nobel durch seine Erfindung schnell ein Vermögen aufbauen. Seine Firmen lieferten Nitroglyzerin-Produkte nach Europa, Amerika und Australien. Nobel selbst reiste ständig, um seine Produkte zu verkaufen. Er besaß über 90 Dynamit-Fabriken in aller Welt.


Umzug nach Italien

Nobel-Büste in Oslo
Nobel-Büste in Oslo
Neben seinen Reisen forschte Nobel auch weiterhin mit Sprengstoffen. 1875 entwickelte er die Sprenggelatine, 1887 ließ er sich das Ballistit (rauchschwaches Pulver) patentieren. Nobel bot die Erfindung erst der französischen Regierung an, die jedoch ablehnte, da sie Aussicht auf ein bereits in der Entwicklung befindliches fast rauchfreies Pulver hatte. Daraufhin bot Nobel die Erfindung den Italienern an, die diese sofort kauften. In Frankreich wurde Nobel daraufhin in der Presse mit Spionage in Verbindung gebracht, er wurde verhaftet und seine Erlaubnis, Experimente durchzuführen, wurde ihm entzogen. Infolge dieser Ereignisse zog Nobel 1891 nach San Remo und verbrachte dort für den Rest seines Lebens die Wintermonate eines Jahres.


Nobels Einstellung zum Krieg

Nobels zentrale Erfindungen "Dynamit" und "Sprenggelatine" waren entgegen weit verbreiteter Ansicht nicht zur Kriegsführung geeignet. Nur das rauchschwache Pulver "Ballistit" ist eine Ausnahme. Es revolutionierte die gesamte Schusstechnik, von der Pistole bis zur Kanone. Der Reichtum seines Vaters begründete sich vor allem auf den Krimkrieg und den Sezessionskrieg, an denen dieser mit der Herstellung von Minen verdiente. Nobel hasste den Krieg zwar, war aber der Meinung, eine besonders starke und schreckliche Vernichtungswaffe würde die Menschheit vom Krieg abschrecken und wollte seine Arbeit diesem Ziel widmen. Mit seinen Sprengstoffen wollte er das Schwarzpulver revolutionieren und das Werk seines Vaters verbessern, auch war sein Forscherdrang ein Faktor der Entwicklung.

Über diese Ansichten diskutierte er auch intensiv mit Bertha von Suttner, die 1878 auf Nobels Stellenanzeige die Stelle einer Privatsekretärin angenommen hatte, sie jedoch bereits eine Woche später wieder aufgab. Sie wurde später eine bedeutende Friedensaktivistin und vermutlich prägte der ständige Briefwechsel mit ihr wesentlich Nobels spätere Haltung zum Krieg und regte ihn zur Stiftung eines Friedensnobelpreises an, mit dem Bertha von Suttner 1905 ausgezeichnet wurde.

Nobels Neffe, der Sohn seines Bruders Ludvig, war der russische Erdölmagnat Emanuel Nobel, der Erbauer des ersten Dieselmotorschiffes, der Vandal.

Das 1957 im Stockholmer Nobel-Institut entdeckte chemische Element Nobelium wurde nach Nobel benannt.


Theaterautor

Weniger bekannt ist, dass Alfred Nobel auch ein Theaterstück verfasste: Nemesis, eine Tragödie in vier Akten über Beatrice Cenci, in Anlehnung an Percy Bysshe Shelleys in Versform verfasster Tragödie The Cenci, wurde gedruckt als er bereits im Sterben lag, der gesamte Bestand wurde jedoch gleich nach seinem Tod bis auf drei Exemplare vernichtet, da man es als skandalös und blasphemisch empfand. Die erste Ausgabe wurde im Mai 2003 veröffentlicht. Das Stück ist in einer Mischung aus Schwedisch und Esperanto verfasst, übersetzt in andere Sprachen wurde es bislang nicht.


Der Nobelpreis

Da Nobel kinderlos blieb, verfügte er, dass mit seinem Vermögen von etwa 31,2 Mio. Kronen eine Stiftung gegründet werden sollte. Ein Jahr vor seinem Tod setzte er in Anwesenheit einiger Freunde, aber ohne Anwalt, sein Testament auf. Den größten Teil seines Vermögens führte er der Stiftung zu:

„Das Kapital, vom Testamtensvollstrecker in sicheren Wertpapieren realisiert, soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zuerteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: ein Teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigsten Entdeckung auf dem Gebiet der Physiologie oder der Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das Vorzüglichste in idealer Richtung geschaffen hat; und ein Teil dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und für die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat.“
Weiterhin hieß es:

„Es ist mein ausdrücklicher Wille, dass bei der Preisverleihung keine Rücksicht auf die Zugehörigkeit zu irgend einer Nation genommen wird, so dass der Würdigste den Preis erhält.“[1]
Nobel legte auch fest, wer für die Vergabe der Preise zuständig sein wollte: Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt die Auszeichnungen für Physik und Chemie, das Karolinska Institut den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin und die Schwedische Akademie den für Literatur. Während es sich bei diesen Institutionen um wissenschaftliche handelt, ist für die Vergabe des Friedensnobelpreises eine vom norwegischen Parlament bestimmte Kommission, das Norwegische Nobelpreiskomitee, zuständig.

Die Gründung der Nobel-Stiftung erfolgte 1900, im Jahr darauf, an Nobels fünftem Todestag, wurden die Nobelpreise erstmals verliehen.

Alfred Nobels Testament

Alfred Nobel schrieb mehrere Testamente, das letzte am 27. November 1895, das er im Schwedisch-Norwegischen Club in Paris unterzeichnete.

Darin lässt er zahlreichen Verwandten und anderen Menschen seines Umfelds Zuwendungen zukommen, beispielsweise als lebenslange Rente. Für den verbleibenden Rest seines Vermögens, ungefähr 94 % des gesamten Vermögens, verfügte er die Einrichtung eines Preises für die obengenannten Kategorien. Er legte dabei auch die Institutionen fest, die den Preis vergeben sollen. Besonderem Ausdruck verleiht er dem Wunsch, dass der Preis unabhängig von der Nationalität an den Würdigsten übergeben werden soll, ob er nun Skandinavier sei oder nicht.

Das Testament wurde am 5. Juni 1898 von den Erben Nobels anerkannt, wodurch die Gründung der Nobelstiftung im Jahr 1900 möglich wurde.


Fehlende Kategorien

Einen Nobelpreis für Mathematik gibt es nicht (siehe dazu auch den Abschnitt: Vergleichbare Preise). Dies liegt wahrscheinlich daran, dass der Praktiker Nobel diese „Hilfswissenschaft“ nie besonders leiden konnte; sie gehörte für ihn anscheinend nicht zu den Kategorien, die die Menschheit voranbringen. Eine Anekdote besagt, dass Alfred Nobel einst von seiner Verehrten zugunsten eines Mathematikprofessors zurückgewiesen wurde und Nobel in Verbitterung einen geplanten Preis für Mathematik nachträglich aus dem Testament strich. Historisch belegt ist das allerdings nicht. Ein späteres Angebot des Nobelkomitees auf Einrichtung eines Nobelpreises für Mathematik ist von führenden Mathematikern abgelehnt worden, wohl um die Konkurrenz unter den Wissenschaftlern nicht zusätzlich zu steigern.


Zweiter Vergabeort Oslo

Es ist nicht genau bekannt, welche Gründe den Schweden Alfred Nobel dazu bewogen haben, einem Komitee des norwegischen Parlaments (Storting) die Aufgabe der Auswahl des Friedensnobelpreisträgers zuzuweisen. Norwegen und Schweden waren zur Zeit der Stiftung des Preises noch in einer Personalunion unter schwedischer Führung verbunden und die Außenpolitik lag beim schwedischen Reichstag. Es wird vermutet, dass Nobel dem Storting eher die für die Auswahl notwendige Neutralität zugetraut hat. 1905 löste sich die Union auf und Norwegen wurde ein selbstständiges Königreich. Dafür und für die Formulierung, dass »Preise unabhängig von der Nationalität an die Besten« gehen sollten, war Nobels Testament zu Anfang äußerst unbeliebt beim schwedischen König.


Nobelstiftung


Als zentrale Institution für den Nobelpreis wurde von den Vollstreckern des Testaments, darunter Nobels letztem Assistent Ragnar Sohlman, die Nobelstiftung eingerichtet. Sie übernimmt insbesondere die Verwaltung des Nobelpreises und die Ausrichtung der Festivitäten. Weiterhin veranstaltet sie Symposien zu wissenschaftlichen Themen.

Die Statuten wurden bei der Errichtung der Stiftung am 29. Juni 1900 durch ein Dekret des Königs festgelegt. Sie dürfen zwar verändert werden, aber nur auf Vorschlag eines der Preisvergabekomitees oder einem Stiftungsvorstandsmitglied. Bei der Abstimmung hat die Königliche Wissenschaftsakademie zwei Stimmen, die anderen Institutionen je eine Stimme.

Da das Testament Nobels nur wenige Details der Vergabeprozedur festlegt, sind die Statuten der Stiftung in vieler Hinsicht maßgeblich. Hier sind unter anderem die Geheimhaltungspflicht für 50 Jahre, die Beschränkung auf drei Preisträger je Kategorie sowie das Verbot der Vergabe an Verstorbene enthalten.


Preisumfang


Alle Preisträger erhalten eine Urkunde, eine Goldmedaille und einen Geldbetrag.


Preisgeld

Der Zinsertrag aus Nobels Vermögen sollte laut Nobels Testament zu fünf gleichen Teilen auf die Nobelpreise verteilt werden. Wenn ein Preis an mehrere Menschen verliehen wird, wird er unter den Preisträgern aufgeteilt, aber nicht notwendigerweise zu gleichen Teilen. So wurde der Preis in Physik im Jahr 2005 in zwei Teile geteilt. Ein Teil, und damit die Hälfte des Preisgeldes, erhielt Roy Glauber. Der andere Teil wurde an John Hall und Theodor Hänsch vergeben, die dann je ein Viertel des Preisgeldes erhielten. Der Grund hierfür ist, dass Hänsch und Hall für die gleiche Leistung gemeinsam ausgezeichnet wurde. Glauber hingegen wurde für eine andere Leistung geehrt.

Da der Zinsertrag des Stiftungsvermögens schwankt, gab es in der Vergangenheit oft auch Rückgänge des Preisgeldes. Über viele Jahre blieb der absolute Wert des Preises auch annähernd gleich, so dass durch Inflation der reale Wert des Geldes absank. 1946 wurde die Nobelstiftung von der Steuer befreit. 1953 liberalisierte die Nobelstiftung ihre Investitionsregeln, wodurch das Vermögen der Stiftung vergrößert werden konnte. 1969 kam die Stiftung des Wirtschaftspreises hinzu.

Im Jahr 1901 war der Preis mit 150.800 Schwedischen Kronen dotiert, was dem heutigem Wert von 7 Millionen Kronen entsprechen würde. Bis 1955 blieb die Preissumme stets unter 200.000 Kronen und erreichte ihren Tiefpunkt im Jahr 1923. Der reale Kaufwert des Preises sank teilweise auf ungefähr 2 Millionen Kronen ab.

Seit 1953 steigt die Preisdotierung kontinuierlich, wird aber nur noch stufenweise erhöht. 1991 hatte das Preisgeld erstmals wieder einen höheren realen Wert als bei der ersten Preisvergabe im Jahr 1901.

Seit 2001 beträgt das Preisgeld 10 Millionen Kronen, was ca. 1,1 Mio. Euro entspricht.


Medaillen

Die Statuten der Nobelstiftung schreiben vor, dass die Preisträger „eine Goldmedaille, die das Abbild des Testamentsverfassers und eine angemessene Inschrift tragen soll“ erhalten.

Die Nobelpreismedaillen für Physik, Chemie, Medizin und Literatur wurden von dem schwedischen Bildhauer und Graveur Erik Lindberg entworfen, die Medaille des Friedenspreises von dem norwegischen Bildhauer Gustav Vigeland. Bei letzterem übernahm aber auch Lindberg die Übertragung des Entwurfs auf die Medaillen.

Auf der Vorderseite der von Lindberg kreierten Medaillen ist ein Porträt von Alfred Nobel sowie dessen Name, Geburts- und Sterbedatum (in lateinischen Zahlen) eingraviert. Die Rückseite unterscheidet sich je nach Kategorie, wobei Physik und Chemie dasselbe Motiv haben. Dort ist auch der volle Name des Preisträgers eingraviert. Bei der ersten Preisvergabe 1901 war das Design der Medaillen noch nicht ganz fertig, so dass die Medaillen erst ab 1902 das heutige Design haben.

Die Vorderseite der Medaille für den Friedenspreis hat ein etwas verschiedenes Design, aber die Elemente Porträt, Name, Geburts- und Sterbedatum sind ebenso enthalten.

Die Medaille für den Wirtschaftspreis unterscheidet sich von allen anderen. Sie wurde von Gunvor Svensson-Lundqvist entworfen und enthält auf der Vorderseite das Symbol der Wissenschaftsakademie, ein Porträt Alfred Nobels sowie die Inschrift „Sveriges Riksbank till Alfred Nobels Minne 1968“ („Die Schwedische Reichsbank im Gedenken an Alfred Nobel 1968“). Der Name des Preisträgers wird auf dem Rand eingeprägt, was im Jahr 1975 bei Leonid Witaljewitsch Kantorowitsch und Tjalling Koopmans zu Problemen führte.

Die in Schweden vergebenen Medaillen werden im Myntverket in Eskilstuna geprägt, die in Norwegen vergebene Medaille von Den Kongelige Mynt in Kongsberg.

Die Medaillen der Physiknobelpreisträger Max von Laue (1914), James Franck (1925) und Niels Bohr (1922) haben eine besondere Geschichte. Bohr hatte die Medaillen von Franck und Laue, die beide Juden waren, zur Aufbewahrung erhalten, damit diese nicht von den deutschen Behörden konfisziert würden. Bohr gab seine für einen Fond zugunsten Finnlands im Mai 1940 in eine Auktion, wo sie von einem anonymen Käufer erworben wurden. Als die Deutschen in Dänemark einmarschierten, wollte Bohr die Medaillen von Franck und von Laue nicht in die Hände der Nazis fallen lassen. George de Hevesy schlug Bohr vor, die Medaillen zu vergraben, was Bohr aber nicht wollte, da sie ausgegraben werden könnten. Letztlich lösten sie die Medaillen auf, als die Deutschen in Kopenhagen einmarschierten. In der Tat durchsuchten die Nazis das Labor Bohrs, konnten aber nichts finden. Nach dem Krieg schickte Bohr das gelöste Gold der Medaillen nach Stockholm, wo die Nobelstiftung neue Medaillen für Franck und von Laue herstellen ließ. Bohrs Medaille wurde von ihrem Käufer dem Historischen Museum in Fredriksborg übergeben und ist heute dort ausgestellt.


Nominierung und Auswahl


Um für einen Nobelpreis in Frage zu kommen, muss man nominiert werden, wobei nur lebende Personen nominiert werden können. Bis 1974 war es möglich, eine Person mit dem Nobelpreis auszuzeichnen, die nach dem Stichdatum der Nominierung (Ende Januar) verstarb. So wurden Erik Axel Karlfeldt 1931 und UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld 1961 posthum geehrt. Mahatma Gandhi hingegen wurde 1948 noch vor dem Stichdatum erschossen, weswegen er den Preis nicht bekam. 1948 wurde der Friedensnobelpreis daher nicht vergeben. 1974 wurden die Statuten dahingehend geändert, dass eine Person nur noch dann posthum geehrt werden kann, wenn sie zwischen Bekanntgabe (Oktober) und Verleihung (10. Dezember) stirbt, so geschehen 1996 in Bezug auf William Vickrey.

Das Recht, eine Nominierung auszusprechen, haben je nach Preiskategorie unterschiedliche Personen:

  • Grundsätzlich frühere Preisträger der jeweiligen Kategorie
  • Für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin und Wirtschaftswissenschaften sind die Mitglieder des jeweiligen Nobelkomitees, der Akademie der Wissenschaften, Professoren der jeweiligen Fachrichtung an bestimmten skandinavischen Universitäten und weitere ausgesuchte Individuen und Lehrkräfte an ausgewählten weiteren Universitäten nominierungsberechtigt.
  • Für den Nobelpreis in Literatur können Vorschläge von Literatur- und Linguistikprofessoren, Mitgliedern der Schwedischen Akademie und ähnlicher Institutionen, und den Präsidenten repräsentativer Schriftstellervereinigungen eingereicht werden.
  • Vorschläge für den Friedensnobelpreis kann jedes Mitglied einer Regierung oder eines internationalen Gerichts machen, außerdem Professoren der Fachrichtungen Sozialwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Recht und Theologie sowie die Leiter von Friedensforschungsinstituten und ähnlichen Organisationen.
Gemäß den Statuten der Stiftung werden Informationen über Nominierte und Nominierende sowie diesbezügliche Meinungen und Untersuchungen seitens des Komitees für einen Zeitraum von 50 Jahren unter Verschluss gehalten.

Die Verfügung Nobels, die Preisträger aufgrund ihrer Leistungen in der jeweilig jüngsten Vergangenheit zu ehren, wird oft missachtet und der Nobelpreis eher als Würdigung eines Lebenswerkes verliehen.


Bekanntgabe


Da es keine öffentliche Nominierung gibt und die Preisträger schon vor der Preisverleihung bekanntgegeben werden, ist in der öffentlichen Wahrnehmung nicht der Tag der Übergabe des Preises ausschlaggebend, sondern der Tag der Bekanntgabe. Auch hier gibt es festgelegte Traditionen. Die Bekanntgabe der Preise ist für die Öffentlichkeit zugänglich und findet traditionell Anfang bis Mitte Oktober statt. Die Preise werden üblicherweise in folgender Reihenfolge bekanntgegeben:

  • Medizin: Die Bekanntgabe findet an einem Montag Anfang Oktober im Wallenberghörsaal des Karolinska Institutet statt. Die Veranstaltung ist normalerweise so gut besucht, dass nicht alle Besucher einen Sitzplatz finden. Die Bekanntgabe wird in zahlreichen Sprachen verlesen, im Jahr 2006 in Schwedisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch. An die Bekanntgabe schließt sich eine Präsentation der Arbeit der Preisträger sowie eine Pressekonferenz an. Unterdessen werden die offiziellen Pressemitteilungen ausgegeben.
  • Physik: Die Bekanntgabe findet im Gebäude der Akademie der Wissenschaften statt, wobei üblicherweise deutlich weniger Besucher zugegen sind als beim Medizinpreis. Sie wird eher im Stile einer Pressekonferenz abgehalten. Die Bekanntgabe erfolgt auf Schwedisch und auf Englisch. Im Anschluss wird die Arbeit des bzw. der Preisträger präsentiert. Sofern möglich, wird eine Telefonverbindung zu einem der Preisträger hergestellt, damit er vor der anwesenden Presse einige Fragen beantworten kann. Sollte einer oder mehrere der Preisträger nicht aus einem englisch- oder schwedischsprachigem Land kommen, sind die Pressemitteilungen auch in deren Sprache verfügbar. Als Termin wird üblicherweise der Tag nach der Bekanntgabe des Medizinpreises gewählt.
  • Chemie: Der Ablauf ist im Wesentlichen derselbe wie bei Physik. Der Termin ist üblicherweise der Tag nach der Bekanntgabe des Physikpreises.
  • Frieden: Einige Tage später wird der Preisträger des Friedenspreises in Oslo bekanntgegeben. Üblicherweise wird hierfür ein Freitag gewählt.
  • Literatur: Während die Termine der Pressekonferenzen für die anderen Preise schon Wochen vorher feststehen, wird der Termin der Bekanntgabe für den Literaturpreis erst kurz vor deren Stattfinden öffentlich gemacht. Der Literaturpreis ist häufig der letzte, der bekanntgegeben wird, gelegentlich aber wird er vor dem Friedenspreis verkündet. Ort der Bekanntgabe ist ein Saal im oberen Stockwerk der Schwedischen Akademie in der Altstadt Stockholms. Zur Zeit der Bekanntgabe tritt der Vorsitzende der Akademie aus einer Tür und verliest stehend den Preisträger sowie die Preisbegründung in mehreren Sprachen, derzeit Schwedisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch. Anschließend gibt er eine kurze Pressekonferenz. Eine weitere Vorstellung des Preisträgers findet nicht statt. Die Veranstaltung ist üblicherweise gut besucht.
  • Wirtschaft: Der Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel hat keinen festen Platz in diesem Ablauf, da er auch kein vollwertiger Nobelpreis ist. Teilweise findet die Bekanntgabe vor dem Friedenspreis statt, teilweise danach, in der Regel aber nach den drei naturwissenschaftlichen Preisen. Das Verfahren ist ähnlich wie bei Physik und Chemie, jedoch findet die Pressekonferenz üblicherweise am frühen Nachmittag statt, während die anderen beiden Pressekonferenzen am späten Morgen stattfinden.
Alle Termine sind mit dem Hinweis „at the earliest“ (frühestens) versehen, so dass es theoretisch auch deutliche Verzögerungen geben kann.

Die Preisträger werden üblicherweise noch vor der Öffentlichkeit telefonisch informiert, auch um sie auf den zu erwartenden Ansturm der Presse vorzubereiten.

Etwas problematisch ist inzwischen die Vorschrift in den Nobelstatuten, dass der Preis in einer Kategorie an nicht mehr als drei Personen verliehen werden darf. In vielen Bereichen der Wissenschaft gehen heute neue Erkenntnisse jedoch nicht mehr von einzelnen Wissenschaftlern aus, sondern werden oft international in großen Gruppen erarbeitet.


Preisvergabe


Um die Verleihung der Preise ist seit 1901 eine Reihe von Traditionen gewachsen.


Stockholm

Die Preisträger sind Mittelpunkt einer ganzen Nobelwoche, die einige Tage vor dem 10. Dezember beginnt und am 13. Dezember endet. Sie sind im Grand Hotel nahe der Altstadt in Stockholm untergebracht.

Ein Pflichtteil des Programms ist nach den Statuten der Nobelstiftung das Halten einer Vorlesung. Diese findet in der Regel zwei Tage vor der Preisverleihung statt. Die Vorlesungen sind öffentlich und werden u.a. in den Vorlesungssälen des Karolinska Institutet (Medizin) und der Universität Stockholm (Physik und Chemie) abgehalten. Kann der Preisträger aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nicht anwesend sein, so kann er ersatzweise auch eine Vorlesung schreiben oder per Video schicken. Dies tat beispielsweise Harold Pinter, Literaturnobelpreisträger 2005, da er aus gesundheitlichen Gründen nicht anreisen konnte.

Höhepunkt der Nobelwoche ist der 10. Dezember, an dem zunächst am frühen Abend die Preisverleihung durch den schwedischen König erfolgt. Dies findet seit 1926 im Kulturhuset statt. Es werden Ansprachen über die von den Preisträgern geleistete Arbeit gehalten. Der König übergibt darauf die Preismedaille und eine Urkunde.

Anschließend fahren die Preisträger zum Nobelbankett, das seit 1930 mit wenigen Ausnahmen im Stadshuset abgehalten wird. Ursprünglich wurde hierzu der Goldene Saal genutzt. Da dieser zu klein wurde, findet es nun im Blauen Saal im unteren Stockwerk statt. Der Goldene Saal dient als Küche und wird später für den Tanz freigegeben.

Am Ehrentisch des Banketts sitzen die Preisträger, die königliche Familie, hohe Repräsentanten der Nobel-Gremien sowie ausländische Ehrengäste, z.B. die Botschafter der Länder, aus denen die Preisträger stammen. Diese besonderen Ehrengäste marschieren zu Beginn in einer Prozession ein. Weitere Gäste der Nobelbanketts sind am Preisvergabeprozess Beteiligte sowie Ehrengäste aus aller Welt. Weiterhin darf eine begrenzte Anzahl Studenten schwedischer Universitäten teilnehmen. Das Recht, diese Eintrittskarten zu erwerben, wird hierbei in einer jährlichen Lotterie verlost. Studenten haben darüber hinaus zeremonielle Aufgaben als Begleitpersonen bei der Prozession sowie als Ordner. Insgesamt nehmen über 1000 Menschen am Bankett teil.

Das mehrgängige Menü wird bis zuletzt geheim gehalten und ist, im Gegensatz zu allen anderen offiziellen Dokumenten des Nobelpreises, ausschließlich auf Französisch verfügbar. Die Bewirtung der Gäste führen mehrere Hundert Angestellte durch, die dies teilweise schon lange vorher geprobt haben.

Der König sowie der Vorsitzende der Nobelstiftung bringen zum Gedenken an Alfred Nobel einen Toast aus. Nach dem Essen halten die Preisträger kurze Dankesansprachen. Gibt es in einer Kategorie mehrere Preisträger, so hält einer stellvertretend für seine Mitpreisträger die Ansprache.

Hinzu kommt ein aufwändiges musikalisches Begleitprogramm zwischen den Gängen sowie Tanz nach dem Ende des Essens. Dort sind dann auch die Preismedaillen in Vitrinen ausgestellt zu sehen.

Nach dem Ende des Banketts richtet traditionell die Studentenvereinigung einer der Stockholmer Hochschulen ein aufwändiges Fest aus, das unter einem bestimmten Thema steht. Die meisten Preisträger nehmen auch hier noch teil, wobei sie dazu angehalten sind, ihre Gesangskünste zum Besten zu geben.

In den Tagen vor und nach der Preisverleihung nehmen die Preisträger an zahlreichen Veranstaltungen teil. Beispielsweise besuchen sie Schulen.

Am 13. Dezember ist in Schweden das Luciafest, zu dem Kinder frühmorgens eine Prozession mit Kerzen veranstalten. Die Nobelpreisträger werden dabei von einer solchen Prozession geweckt. Dies ist das traditionelle Ende der Nobelwoche.


Oslo

Die Verleihung in Oslo findet seit 1990 im Rathaus statt. Von 1926 bis 1946 wurde sie im Nobelinstitut abgehalten, ab 1947 dann im Auditorium der Universität Oslo. Die Übergabe selbst findet in Anwesenheit des norwegischen Königs statt und wird vom Vorsitzenden des norwegischen Nobelkommitees durchgeführt. Anschließend hält der Preisträger seine Vorlesung in Form einer längeren Rede.

Im Anschluss findet auch in Oslo ein Bankett statt.


Verschiedenes


Mehrfache Preisträger

Bisher ist der Preis nur vier Menschen zweimal verliehen worden – Marie Curie (1903 für Physik und 1911 für Chemie), Linus Pauling (1954 für Chemie und 1962 für Frieden), John Bardeen (1956 und 1972 jeweils für Physik) und Frederick Sanger (1958 und 1980 jeweils für Chemie). Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) erhielt 1954 und 1981 den Friedensnobelpreis. Seine Vorgängerorganisation, das Internationale Nansen-Büro für Flüchtlinge (Hochkommissariat des Völkerbundes), wurde 1938 mit diesem Preis ausgezeichnet, sein Leiter Fridtjof Nansen 1922. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wurde für seine Friedensbemühungen sogar dreimal (1917, 1944, 1963) ausgezeichnet, 1963 zusammen mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften. Der Gründer des IKRK und der Rotkreuz-Bewegung, Henry Dunant, erhielt 1901 zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy den ersten Friedensnobelpreis.


Der Nobelpreis in der Nazizeit

Von 1937 bis 1945 war Deutschen die Annahme des Nobelpreises "für alle Zukunft" untersagt; ersatzweise wurde der Deutsche Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft eingeführt, der nur 1937 und 1938 verliehen worden ist.


Frauenanteil

Der Frauenanteil wird oft als zu niedrig angesehen. Bisher (2006) haben 735 Männer den Nobelpreis erhalten, aber nur 33 Frauen. Heutzutage beruht dies zu großen Teilen darauf, dass in der wissenschaftlichen Spitzenforschung der Frauenanteil immer noch gering ist.

Den höchsten Frauenanteil hat der Friedensnobelpreis, der schon an zwölf Frauen vergeben wurde. Unter den echten Nobelpreisen ist der Physikpreis der mit dem geringsten Frauenanteil - nur zwei Frauen haben ihn bislang erhalten. Der Wirtschaftspreis wurde noch nie an eine Frau vergeben.


Kritik

Über einzelne Entscheidungen wird gelegentlich sehr kontrovers diskutiert - ein Beispiel sind Henry Kissinger und Lê Đức Thọ, die den Nobelpreis dafür zugesprochen bekamen (nur Henry Kissinger nahm den Preis an), dass sie - nach Millionen von Opfern - den in eigener Mitverantwortung begonnenen Krieg beendeten.

Vergleichbare Presie
  • Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis)
  • Frieden: Balzan-Preis, Albert-Einstein-Friedenspreis, Gandhi-Friedenspreis
  • Wissenschaft: Balzan-Preis
  • Kunst und Wissenschaft: Wolf-Preis
  • Journalismus und Literatur (nur USA): Pulitzer-Preis
  • Architektur: Pritzker-Preis
  • Mathematik: Fields-Medaille, Abelpreis
  • Mathematik, Geowissenschaften, Biologie, Astronomie: Crafoord-Preis
  • Informatik: Turing-Preis
  • Religion: Templeton-Preis
  • Kunst: Praemium Imperiale
  • Musik: Polar Music Prize
  • Ramon Magsaysay Award, der asiatische Friedensnobelpreis
  • Preis Prinz von Asturien
  • Africa Prize
  • The World's Children's Prize for the Rights of the Child - der Kinder-Nobelpreis
  • Kyoto-Preis
  • Grawemeyer Award
Literatur

  • Der Brockhaus Nobelpreise – Chronik außergewöhnlicher Leistungen. 2. Auflage. Mannheim, Leipzig 2004, ISBN 3-7653-0492-1
  • Bernhard Kupfer: Lexikon der Nobelpreisträger. Düsseldorf 2001, ISBN 3-491-72451-1
  • Harenberg-Lexikon der Nobelpreisträger – Alle Preisträger seit 1901, ihre Leistungen, ihr Leben, ihre Wirkung, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Harenberg, Dortmund 2001, ISBN 3-611-00612-2
  • Kenne Fant: Alfred Nobel – Idealist zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Birkhäuser, Basel 1995, ISBN 3-7643-5059-8

 

Nobelkomitee für Physik

Dem Nobelkomitee für Physik der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften gehörten 2005 an:

  • Sune Svanberg, Professor für Atomphysik, Vorsitzender
  • Lars Bergström, Professor für Theoretische Physik, Sekretär
  • Per Carlson, Professor für Elementarteilchenphysik
  • Mats Jonson, Professor für die Physik kondensierter Materie
  • Joseph Nordgren, Professor für die Physik weicher Gammastrahlung
  • Lennart Stenflo, Professor für Plasmaphysik
  • Ann-Kristin Danielsson, Administrator


Nominierungsprozess

Der Nominierungsprozess für den Nobelpreis beginnt im September, d.h. vor der Bekanntgabe der Vorjahrespreisträger, mit der Versendung von Einladungen an Wissenschaftler zahlreicher Länder durch die Schwedische Akademie der Wissenschaften, in denen diese um Vorschläge für Kandidaten für den Nobelpreis des kommenden Jahres gebeten werden. Im einzelnen sind dies

  • schwedische und auswärtige Mitglieder der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
  • Mitglieder des Nobelkomitees für Physik
  • bisherige Preisträger des Nobelpreises für Physik
  • Ordentliche und Außerordentliche Professoren der Physik an den Universitäten und technischen Instituten in Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Norwegen sowie dem Karolinska Institutet in Stockholm
  • Inhaber von vergleichbaren Lehrstühlen von mindestens sechs weiteren Universitäten oder Technischen Hochschulen - die Auswahl erfolgt durch die Akademie der Wissenschaften, so dass eine geeignete Streuung über verschiedene Länder und Fachgebiete gewährleistet ist.
  • andere Wissenschaftler, die die Akademie für geeignet hält.

Die angeschriebenen Personen haben das Recht, bis zum 1. Februar Vorschläge beim Nobelkomitee einzureichen. Obwohl viele Kandidaten mehrfach vorgeschlagen werden, belief sich die Anzahl der Nominierungen in den letzten Jahren auf etwa 250 bis 350 pro Jahr.

Das Nobelkomitee, das in den letzten Jahren durch außerordentliche Mitglieder mit gleichem Stimmrecht erweitert wurde, bestimmt fünf Mitglieder, die im Frühjahr und Sommer die Nominierungen sichten und mit der Hilfe unabhängiger Experten prüfen. Das Komitee beschließt im frühen Herbst seine Empfehlungen an die Akademie, die Anfang Oktober über die Vorschläge abstimmt. Die Akademie kann den Preis an einen, zwei oder drei Personen verleihen und gibt ihre Entscheidung, die endgültig und ohne Einspruchsmöglichkeit ist, an die Preisträger und die Presse weiter. Informationen über die Nominierungen, die Prüfungen und Meinungen den Preis betreffend werden für 50 Jahre geheim gehalten.


Preisverleihung

Am 10. Dezember werden die Preisträger zusammen mit den Chemie-, Medizin-, Literatur- und Friedenspreisträgern nach Stockholm zur offiziellen Verleihung durch den schwedischen König eingeladen. Sie erhalten bei diesen Feierlichkeiten die Nobelmedaille, ein persönliches Diplom und das Preisgeld von derzeit 10 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 1,1 Mio. Euro), das sich die Preisträger einer Kategorie teilen. Anschließend hält jeder Preisträger einen Nobelvortrag, in dem meist die Grundlagen und Hintergründe der ausgezeichneten Leistung dargelegt werden

Preisträger

  • Der erste Preisträger 1901 war der Deutsche Wilhelm Conrad Röntgen
  • Der bisher jüngste Preisträger war mit 25 Jahren Lawrence Bragg (1915)
  • Der bisher älteste Preisträger war mit 88 Jahren Raymond Davis Jr. (2002)
  • John Bardeen wurde als einziger Preisträger zweimal mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet (1956 und 1972); Marie Curie wurde neben dem Nobelpreis für Physik (1903) auch mit dem Nobelpreis für Chemie (1911) ausgezeichnet
  • Unter den 178 Preisträgern bis 2006 befinden sich nur zwei Frauen, Marie Curie und Maria Goeppert-Mayer, der Nobelpreis für Physik weist damit den niedrigsten Frauenanteil aller Nobelpreise auf - nur in den Wirtschaftswissenschaften wurde bisher noch keine Frau ausgezeichnet.
  • Als bisher einziges Ehepaar wurden 1903 Marie und Pierre Curie ausgezeichnet (ihre Tochter Irène Joliot-Curie wurde 1935 zusammen mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet)
  • Es wurden bisher viermal Vater und Sohn mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet: William Bragg und Lawrence Bragg (1915), Niels Bohr (1922) und Aage Niels Bohr (1975), Manne Siegbahn (1924) und Kai Manne Siegbahn (1981) sowie Joseph John Thomson (1906) und George Paget Thomson (1937)
  • Es gab 47 mal einen alleinigen Preisträger (zuletzt Georges Charpak 1992), 26 mal teilten sich zwei und 25 mal 3 Personen den Preis
 
 

Kontroversen

In der mehr als hundertjährigen Geschichte des Nobelpreises lösten einige Entscheidungen Reaktionen aus, die von Unverständnis bis hin zu Empörung reichten - in der Physik vor allem aufgrund der Nichtberücksichtigung eines Wissenschaftlers bei der Preisverleihung.

  • Chung-Yao Chao konnte 1930 als erster Positronen aus der Elektron-Positron-Paarerzeugung nachweisen (auch wenn er nicht wusste, worum es sich handelte), mit dem Preis für die Entdeckung wurde aber Carl David Anderson ausgezeichnet. Chao starb 1998, der Nobelpreis blieb ihm versagt.
  • Lise Meitner wurde trotz dreier Nominierungen nicht mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Sie starb 1968.
  • Chien-Shiung Wu, die auch "First Lady der Physik" genannt wurde, widerlegte die Erhaltung der Parität und wurde mit dem ersten Wolf-Preis für Physik ausgezeichnet, der Nobelpreis blieb ihr aber versagt. Sie starb 1997.
  • Jocelyn Bell entdeckte als Studentin den ersten Radiopulsar, wurde aber bei der Preisverleihung 1974 nicht berücksichtigt. Ein prominenter Verfechter der Ansprüche Bells war Fred Hoyle.
  • Fred Hoyle wurde bei der Preisverleihung 1983 nicht berücksichtigt, obwohl selbst der Preisträger William A. Fowler die Leistungen Hoyles für die Entwicklung des Konzepts der stellaren Nukleosynthese anerkannte.
 

Nobelsymposien

Das Nobelkomitee führt seit 1965 Symposien durch, die sich mit Themengebieten beschäftigen, die sich im Umbruch befinden, oder die von zentraler kultureller oder sozialer Bedeutung sind. Von den 144 durchgeführten Veranstaltungen (davon 12 Jubiläumsveranstaltungen) befassten sich 30 mit Themen aus der Physik, davon die erste 1968 mit der "Elementarteilchentheorie". Das letzte physikalische Symposium im Juni 2006 war dem Themenbereich "Kosmische Chemie und molekulare Astrophysik" gewidmet. 

 

 


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